Von den Pyrenäen bis nach La Mancha

Auf dem Weg zu unserem Winterziel 2024 – die kleine Reisegruppe freut sich auf Marokko – überqueren wir die Pyrenäen mal wieder im Westen. Und endlich schaffen wir es, Pamplona einen Besuch abzustatten.

Fühlt sich gar nicht an wie Großstadt. Morgenblick aus dem LKW-Fenster.

An einem herbstlichen Sonntag laufen wir von unserem Stellplatz in die Stadt. Die Bars platzen aus den Nähten, uns fällt es nicht leicht, eine Bestellung aufzugeben. Aber irgendwann sitzen wir bei einem Bier und Pinxtos (vulgo: Tapas), von denen wir nicht wussten, was wir bestellt hatten, und genießen das Treiben. Auf Merkmale des berühmten Stierlaufs treffen wir an fast jeder Ecke. Was wir von dieser Veranstaltung halten, könnt ihr euch wahrscheinlich denken…

Furchteinflössend? Das Seminar Conciliar de San Miguel.
Baskisches Detail 😊
Den jährlichen Irrsinn auch mal lustig darzustellen, gefiel uns dann doch.
Wobei das wohl eher der Realität entspricht.

Angekommen an den Höhlen von Arguedas, waren wir zunächst wenig beeindruckt, fand doch unser letzter Besuch einer bemerkenswerten Höhlenstadt im georgischen Wardsia statt (wer sich das nochmal zu Gemüte führen möchte: Hier der Link).

Aber Arguedas enttäuschte nicht. Auch dieses Zeugnis früherer Besiedlung, die noch bis in die sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts aufrechterhalten wurde, weckt in uns die Vorstellung, wie die Menschen früher gelebt haben.

Kein Strom, kein fließendes Wasser. Auch bis in die 1960er nicht. Die Höhlenwohnungen von Arguedas
Ansonsten war aber alles da: Feuerstelle…
Kochen mit Aussicht.
Und farbenfrohe Wohnräume 🙂

Die Kleinstadt Sigüenza in Kastilien-La Mancha wurde schon von Plinius dem Älteren im 1. Jahrhundert unserer Zeitrechnung erwähnt. Arevaker, Römer, Westgoten, Mauren und schließlich die Spanier wechselten sich in der Herrschaft ab. Zeugnisse der Dynastien vor den Spaniern finden sich allerdings nicht. Trotzdem lohnt sich ein Bummel durch die sympathische Altstadt, obwohl die wichtigsten Sehenswürdigkeiten – die Kathedrale und die Burg – wegen Renovierungsarbeiten geschlossen waren.

Das Castillo de Sigüenza wurde im spanischen Bürgerkrieg zerstört und in den 1970ern wieder errichtet. Heute beherbergt es das Parador-Hotel.
Der Bummel durch die ruhigen Gassen lohnt sich.
Wer genau hinschaut, erkennt die Einschusslöcher an den schmalen Fenstern des Turmes. Sigüenza war Schauplatz einer der erbittertsten Schlachten des spanischen Bürgerkriegs.

Consuegra liegt inmitten der Hochebene von La Mancha. Wind und weite Flächen zeichnen diese Gegend aus. Was liegt also näher, als das Getreide direkt auf den Hügeln mit Hilfe der Windkraft zu mahlen. Und an wenigen Orten wurden die Windmühlen so gut erhalten wie in Consuegra.

Aus den verschiedensten Blickwinkeln ein Hingucker. Windmühlen und Burg über der Stadt Consuegra
Die Weite der Hochebene von La Mancha trägt zum beeindruckenden Panorama bei.
Geht auch ohne Farbe, nicht wahr?
Der Mond ist (fast) aufgegangen…

Und was liegt näher, als diesem schönen Ort auch noch die literarische Krone aufzusetzen? Also wurde flugs der Kampf des berühmten Don Quijotte gegen die Windmühlen an diese Stelle projeziert. Eine nette Geschichte, die den Tourismus ankurbelt ☺️.

Der Ritter von der traurigen Gestalt…
…hat mit Sicherheit nicht mit den Flügeln dieser Windmühle gekämpft.

Safran hatten wir noch genug von unserem letzten Besuch im Vorrat. Also fuhren wir – nachdem wir uns ausführlich mit dem köstlichen Mazapan gestärkt hatten – weiter in Richtung der Straße von Gibraltar.

Am nächsten Tag kam der Safranbauer und erntete.
Die Schinken werden kurz vor Weihnachten im Ganzen verkauft. Wir hatten aber nicht genügend Platz 😉
Aber dafür finden wir immer noch eine freie Ecke: köstliches Mazapan.

Aber das erzählen wir Euch in der nächsten Geschichte.

Habt bis dahin eine gute Zeit 😊.

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