Der Weg von Danzig nach Masuren

Kaum sind wir aus dem Speckgürtel von Danzig raus, befinden wir uns in einer flachen Landschaft, die uns ohne nennenswerte Sehenswürdigkeiten nach Malbork (Marienburg) begleitet.

Die Marienburg ist imposant, anders kann man den ersten Eindruck nicht beschreiben, der sich bietet, wenn man die gesamte Anlage (Vorburg, Mittelburg, Hochschloß) vor sich sieht. Als 1309 der Deutsche Orden seinen Sitz an diesen Ort verlegte, wurde die Marienburg zum Zentrum einer äußerst mächtigen und damals sehr erfolgreichen Organisation. Dementsprechend großzügig und zugleich sicher wurde damals die Burganlage gebaut und erweitert. Dadurch präsentiert sie sich heute als größte gotische Burg Europas. Dank einer herausragenden Restauration, die ihren Abschluss mit der Wiederherstellung der Marienkapelle 2014 fand, wurden die Zerstörungen durch die russische Armee im Jahr 1945 wieder rückgängig gemacht.

Die Führung durch die Burg ist wirklich empfehlenswert. Neben der beeindruckenden Architektur – schon damals gab es Fußbodenheizungen (naja, das hatten die Römer ja auch schon…) – gab es noch viele wertvolle Informationen zum Wesen und zur Organisation des Deutschen Ordens.

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Marienburg – Beeindruckende Architektur überall
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Hier wurden damals die in Auerochsenfett gebratenen Schweinskaldaunen bereitet – selbstverständlich mit Honig 😁
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Marienburg – Jahrhundertealte Kunst meisterlich in Szene gesetzt
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Marienburg – Wunderschöne Glaskunst
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Marienburg – Schönheit Nr. 1
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Marienburg – Schönheit Nr. 2

Unser Weg führt uns weiter zur Küste in Richtung der Grenze zur russischen Enklave Kaliningrad. In Frombork (Frauenburg) am Frischen Haff schauen wir uns die Kathedrale an, in der Nikolaus Kopernikus als Domherr gewirkt hat und „nebenher“ die Theorie untermauert, dass sich die Erde um die Sonne dreht (er hat im Übrigen nicht vorgehabt, diese Theorie zu veröffentlichen, das war das Werk eines seiner Schüler).

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Die Orgel in der „Kopernikus“-Kathedrale Frauenburg
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Frauenburg – Na, wer mag mal den lateinischen Text übersetzen?
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Frauenburg – Und hier gleich nochmals
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Frauenburg – Das Foucault’sche Pendel im Turm der Kathedrale
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Und damit jetzt niemand das Lexikon herausholen muss, hier gleich die Erläuterung.

Vom Turm der Kathedrale hat man (schönes Wetter vorausgesetzt 😉) einen tollen Blick auf das Frische Haff und die Frische Nehrung. Naja, unser Blick war ein wenig verschleiert…

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Das Frische Haff und eine Ahnung von der Frischen Nehrung
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Das Frische Haff – sehr frisch, da regnerisch

Der Weg durch den Landstrich in Richtung Masuren bietet weite Landschaften, sanfte Hügel, fruchtbare Böden, viel Wasser. Wir genießen die Ruhe und Weite dieser Gegend.

Als alte „ZEIT-Leser“ wollen wir auch das Elternhaus von Marion Gräfin Dönhoff besichtigen. Nach einigem Suchen finden wir das Gut auch, jedoch ist – außer einer Hinweistafel – sonst nicht viel geboten. Aber allein die schiere Größe des Gutshofes in seiner halbwegs erhaltenen Pracht ist beeindruckend. Lesenswert zu diesem Thema ist ihr Buch „Kindheit in Ostpreußen“.

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Das Elternhaus von Marion Gräfin Dönhoff

Und WEIL wir einen Defender haben und WEIL Asphalt auf Dauer langweilig ist und WEIL wir Zeit haben, folgen wir einem Feldweg, der uns durch diese Landschaft führt. WEIL aber dieser Weg irgendwann durch umgestürzte Bäume blockiert ist und WEIL wir nicht mehr umdrehen wollen, suchen wir eine Alternative und schlagen uns somit durch grobes Terrain (inklusive Flussdurchfahrt und ordentlich Matsch – es hat ja geregnet). Und WEIL wir das gemacht haben, hören wir, als wir endlich die Straße erreicht haben, bei jedem Einfedern des Autos ein nicht wirklich schönes Geräusch. Also geht es in langsamer Fahrt zur masurischen Seenplatte. Es stellt sich heraus, dass sich der Auspuff im Gewühle wohl in seiner Aufhängung verschoben hat und diese Aufhängung bei jedem Einfedern gegen die Kardanwelle schlägt. Also: Huusmester Klaus unter das Auto und alles mal wieder richten (ob’s hält? Wir werden berichten).

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Huusmester Klaus richtet den Auspuff
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Da ist die böse Stelle

An der masurischen Seenplatte wollen wir etwas verweilen und uns (und nicht das Auto) bewegen. Die ersten Eindrücke sind wirklich überragend. Aber davon im nächsten Blogbeitrag.

 

4 Kommentare zu „Der Weg von Danzig nach Masuren

  1. Wir sind beeindruckt; sieht alles spannend aus. Bemerkenswert; das bereits das zweite Foto der damaligen Küche und den Kochgewohnheiten gewidmet ist. Auf jeden Fall schicken wir mal etwas Sonnenschein …..☀️☀️☀️☀️☀️☀️🍷🍷😘

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