Vorab ein kleiner Kotau: Mittlerweile liegen zwischen unserer Reise und dem heutigen Tag einige Monate, in denen wir uns mit allem Möglichen beschäftigt haben… Nur nicht damit, den Blog über diese Tour abzuschließen. Trotzdem wollen wir es nicht versäumen, zumindest einen kurzen Überblick über den Rest der Reise 2023/2024 zu geben.
Entlang der türkischen Mittelmeerküste geht es für uns immer weiter westwärts. Wir müssen ein wenig auf unsere Aufenthaltsdauer in der Türkei achtgeben. Nach maximal 90 Tagen innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen müssen wir wieder draußen sein – zumindest, wenn das eigene Auto mit im Land ist, da gibt es kein Pardon.
Also rechnen und zählen wir, um festzustellen, dass uns für Istanbul keine Zeit bleibt. Es sei denn, wir verzichten entweder auf die Besuche von Ephesus und Troja, oder wir heizen in großen Etappen durch das Land. Ersteres geht nicht, weil wir in der Schule so viel von diesen historischen Stätten gehört und gelesen haben, das mussten wir doch endlich mal live und in Farbe sehen. Und die großen Etappen wollten wir auch nicht fahren, da das Land so unglaublich reich an Landschaft, Kultur und tollen Begegnungen ist, dass wir da nicht so einfach vorbeifahren konnten.
Ein Beispiel: Dalyan, ein zwar recht touristisches, aber durchaus nettes Städtchen für einen Zwischenstop auf der Reise westwärts. Vom Ufer des gleichnamigen Flusses haben wir einen wunderbaren Blick auf die Überreste der antiken Stadt Kaunos mit lykischen Felsengräbern.



Auf dem Weg zu den berühmten antiken Stätten machten wir – einer Empfehlung folgend – Station auf der Datça-Halbinsel. Vorbei an der Stadt Marmaris finden wir wunderschöne Buchten und unberührte Natur. Ein absoluter Traum! Hier hätten wir mehrere Wochen verbringen können.




Stolze 48 € Eintritt pro Person – das war es uns wert, um eine der einstmals größten Städte Kleinasiens und zugleich Heimat eines der sieben Weltwunder der Antike zu besuchen: Ephesos! Türkisch: Efes! Und wer jetzt eine Assoziation mit Bier hat: Richtig, die größte Biermarke der Türkei hat ihren Namen von der antiken Stadt entlehnt.
Die Ausgrabungen liegen bei Selçuk, wir stehen mitten im Ort auf einem großen Parkplatz, schlendern ein wenig durch die Stadt und genießen das Leben und auch die Köstlichkeiten – so zum Beispiel die Izmir Bomb, die wir jedem Menschen, der sein Gewicht halten will, nicht empfehlen würden.




Für eine der berühmtesten Ausgrabungsstätten der Türkei gilt entweder das Prinzip des frühen Vogels oder des Last-Minute Auftritts, andernfalls gleicht die Besichtigung eher einer Massenveranstaltung. Wir wählten die Variante „Frühaufsteher“ und konnten somit in relativer Ruhe die Größe und Schönheit dieser Anlage bestaunen.






Den Tempel der Artemis haben wir nicht besucht. Busladungen an Touristen, die an wenigen Resten alter Steine vorbeiflanieren, waren jetzt nicht so unser Ding.
Was wir zwei Schlaumeier nicht auf dem Schirm hatten: Ephesus war auch der Ort, an dem das dritte ökumenische Konzil der christlichen Kirche zum einen die Verwendung des Kreuzes als christliches Zeichen beschloss und zum Anderen Maria als „Gottesgebärerin“ anerkannt wurde.

Wer auf dem Weg von Ephesus weiter Richtung Westen reist, sollte an so bezaubernden Orten wie Urla, Foça oder Baliksehir Station machen.






Unsere letzte Station: Das sagenhafte Troja. Wir wussten zwar von anderen Reisenden, dass die Ausgrabungsstätte nicht so viel hergibt wie Ephesus, aber als alte Lateiner mussten wir dem Quell ungezügelter Lernensfreude unbedingt einen Besuch abstatten. Schade war nur, dass in diesen Tagen der Saharastaub die Aussicht von den Hügeln Trojas in die weite Ebene trübte.




Ein Blick in die neuere Geschichte bietet sich uns in den Dardanellen. In dieser Meerenge, die die Verbindung vom Mittelmeer in das Marmarameer darstellt, erlebte Winston Churchill als Marineminister im Jahr 1915 sein Waterloo, als er mit aller Gewalt versuchte, die Halbinsel Gallipoli einzunehmen.


Wir verlassen die Türkei mit der sicheren Überzeugung, dorthin zurückzukehren, um dieses bezaubernde Land und seine lieben Menschen erneut zu besuchen.
Was passierte sonst noch auf dem weiteren Weg in Richtung Deutschland?
- Wir trafen an der griechisch-türkischen Grenze deutsche Frontex-Polizisten und erfuhren etwas mehr über diesen Grenzschutzdienst.
- Wir tranken ein gutes griechisches Bier.
- Wir haben in der bulgarischen Hauptstadt Sofia auf verblüffend einfache Art und Weise ein U-Bahnticket erstanden.
- Wir haben ein gutes serbisches Bier direkt an der Donau getrunken.
- Wir sind – ohne es zu bemerken – auf mautpflichtigen Straßen durch Ungarn gefahren und durften diese Dummheit mit ca. 200 € büßen.
- Wir haben es uns in der Slowakei in einer Therme gutgehen lassen.
- Wir haben ein gutes tschechisches Bier an einem wunderschönen See getrunken.
Nach neun Monaten endet nun diese Reise. Was sollen wir Euch sagen: Unser Fernweh ist kurzfristig gedämpft, jedoch sind wir noch längst nicht vom Reisefieber geheilt.
Also: Auf ein Neues! Aber das ist eine andere Geschichte, die wir Euch bald erzählen werden.
Habt bis dahin eine gute Zeit ☺️!
Ein toller Abschluß eurer Türkei-Zeit!
Die Türkei ist so voller alter Kulturen, wir waren tief beeindruckt!
Und nun eine sonnige Zeit in der Türkei!
Liebe Grüße aus dem Westzipfel
Christiane und der Rest
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Vielen lieben Dank. Wir werden auch weiter berichten. Liebe Grüße aus Tarifa. Die Fähre schlägt übrigens mit 270€ zu Buche 😀
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Danke fürs Mitnehmen und eine gute Zeit in Marokko. Vielleicht kommt Euer Bericht diesmal zeitnah, denn das Land wollen wir vielleicht nächsten Winter besuchen. Deshalb sind wir auf Eure launigen Berichte gespann. ;-)) Viele Grüße aus Uclés in der La Mancha
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Ja, wir bemühen uns nach Kräften um eine aktuelle Berichterstattung. Morgen geht es wohl mit der Fähre auf den afrikanischen Kontinent. Viele Grüße aus Tarifa und euch weiterhin eine schöne Tour. Tipp: Wenn ihr Ronda besuchen wollt, dann macht Halt in Arriate, beschaulicher Ort mit guter Versorgung und einem netten Stellplatz 🙂
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