Spanien – Der Süden

Wir machen die Hacken scharf – oder um es etwas gesetzter auszudrücken: Wir sehen zu, dass wir in den Süden kommen, damit wir beizeiten nach Marokko übersetzen können. Denn das nordafrikanische Land soll in dieser Saison unser Hauptziel sein.

Nachdem wir uns also mit den Leckereien der La Mancha gestärkt hatten, war unser nächster Stopp deutlich weiter im Süden.

Die Sierra Morena nördlich der Stadt Úbeda ist Schutzgebiet für den iberischen Luchs. In diesem ausschweifenden Wandergebiet wollen wir uns irgendwann mehr Zeit nehmen und dabei vielleicht sogar die scheuen Wildkatzen sichten.

Doch nun ist unser Ziel die Stadt Úbeda, deren außergewöhnliche Architektur einem Wettstreit reicher Familien entspringt. Aus dieser Konkurrenz wurde Úbeda zusammen mit der 10 km entfernten Stadt Baeza zu den Wegbereitern des Renaissance in Spanien. Anerkannt als Weltkulturerbe der UNESCO, ist die sympathische Stadt beliebtes Ausflugsziel, selbst jetzt in der Nebensaison. Uns hat der Bummel durch die Stadt gut gefallen.

Aussicht von Úbeda auf die Sierra Nevada. Das lässt sich sehen.
Doch eher untypisch in Spanien, finden wir: Renaissance-Architektur, die sich über die gesamte Altstadt erstreckt.
Sowohl sakrale als auch profane Bauten frönen dem Stil aus dem Übergang zwischen Mittelalter und Neuzeit.
Kunst in einer ehemaligen Kirche.

Auf dem Weg in Richtung Córdoba geht es für uns durch das größte Oliven-Anbaugebiet der Welt. In der Region Jaén kommen auf jeden Einwohner 1.000 Olivenbäume. Von den Anhöhen der Bergketten erstrecken sich die Olivenbaumplantagen bis zum Horizont. Zwischendurch ragen alte Schornsteine aus den Bäumen. Sie gehören wohl zu alten Hüttenanlagen, da die Region historisch ein Bergbaugebiet war.

Von den Millionen Olivenbäumen bis nach Córdoba ist es nun nicht mehr weit. Wir wollen der drittgrößten Stadt Andalusiens endlich einen Besuch abstatten.

Bereits in der römischen Antike erwähnt, war Córdoba unter der maurischen Herrschaft eine der größten Städte weltweit und galt als Zentrum von Regierung und Gelehrsamkeit der iberischen Halbinsel.

Natürlich sind die engen Gassen voll von Touristen, gehört Cordoba doch zu den beliebtesten Reisezielen Spaniens.
Trotzdem finden sich beschauliche Ecken
Und die schön gestalteten Innenhöfe (Patios) laden zu einer Pause ein.
Die aus diesem Rezept entstandene Suppe haben wir probiert. Lecker! Was sich nicht alles an den Hauswänden findet…
Die berühmte römische Brücke über den Rio Guadalquivir.
Eine der vier Mühlen in unmittelbarer Nähe der Brücke

Die aus einer Moschee hervorgegangene Mezquita-Catedral gehört zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Die ersten Zeugnisse des Bauwerkes existieren seit dem 6. Jahrhundert unserer Zeitrechnung. Zwischen dem 7. und dem 12. Jahrhundert wurde die ehemalige Basilika in mehreren Ausbaustufen zu einer Moschee für deutlich mehr als 10.000 Gläubige. 1146 als Kathedrale umgewidmet, erfuhr sie weitere umfangreiche Erweiterungen. Wir staunen und genießen…

Erst Minarett, jetzt Glockenturm.
Ein Foto dient nur als Anhaltspunkt. Die schiere Größe müsst ihr selbst erfahren.
Aber einen ersten Eindruck geben die Bilder schon her…
Wir sind überwältigt!
Die eigentliche Kathedrale wurde mitten in den muslimischen Teil integriert.
Das Chorgestühl
Diesen interessanten Bestandteil des Kirchenschatzes wollten wir Euch nicht vorenthalten.

Auf dem Weg zur Südspitze Spaniens müssen wir natürlich in Ronda Halt machen. In einem nahe gelegenen Ort finden wir einen guten Stellplatz. Von dort können wir zu Fuß nach Ronda laufen, da wir mit unserem LKW die wenigen Stellplätze in der Touristenhochburg nicht versperren wollen.

Die berühmte Brücke von Ronda. Beeindruckend die Aussicht von oben. Beeindruckend auch die Touristenmassen.
Detail aus Ronda.
Uns hat der kleine Ort Arriate wenige Kilometer von Ronda entfernt irgendwie mehr angesprochen.
Dieser Kollege wartet auf seinen Einsatz bei der Semana Santa, der Woche vor Ostern.
Einfaches, aber gutes Essen in Arriate.

Unser letzter Einkehrschwung, bevor wir nach Afrika übersetzen, gilt der Enklave Gibraltar. Als Teil des britischen Hoheitsgebietes werden an der Grenze die Pässe kurz kontrolliert und dann sind wir in einem geschäftigen, dicht bebauten Gewirr von Straßen und Gebäuden. Wir laufen bei mäßigem Wetter einmal bis zum Leuchtturm an der Südspitze. Den berühmten Felsen lassen wir aus: Das Wetter bietet keine gute Fernsicht und der Eintrittspreis zum Besteigen des Steines ist doch etwas happig.

Der Felsen von Gibraltar von unserem Stellplatz aus gesehen.
Um von Spanien nach Gibraltar zu gelangen, überqueren wir die Landebahn des internationalen Flughafens von Gibraltar.
Gibraltar wurde schon früh als eine Festung ausgebaut. Zahlreiche Tunnel dienten zur Sicherung der Zugänge.
Hier werden keine Knöllchen verteilt, hier wird gleich scharf geschossen 😉.

Bei unserer Einkehr im berühmten Lord Nelson Pub machen wir Bekanntschaft mit dem hiesigen Preisniveau (2 x Fish ’n Chips, 4 Bier = 80 € 😳).

Auf ein Guiness im Lord Nelson. Die Kreditkarte machte danach dicke Backen 😳.

So, nun noch schnell einen Abstecher nach Tarifa, bevor wir endlich die Fähre nach Afrika erklimmen.

Am südlichsten Punkt des europäischen Festlandes. Links das Mittelmeer, rechts der Atlantik.

Aber davon erzählen wir Euch beim nächsten Mal.

Habt bis dahin eine gute Zeit 😊.

4 Kommentare zu „Spanien – Der Süden

  1. Fein, dass ihr uns wieder teilhaben lasst. 🥰

    Seid nicht traurig, den Fels nicht bestiegen zu haben. Okay, die Aussicht, aber naja.

    Und die wohlgenährten, betreuten und dressierten Affen dort oben – wir waren im Januar 2015 dort, als ihr Anblick noch nichts kostete – kann man sich schenken. Dann lieber mal einen Abstecher nach Apenheul. 😉

    Schon wieder macht mich jemand heiß auf die Mezquita, obwohl ich doch so gar nicht auf große Städte stehe. 🙈

    Habt weiterhin eine spannende Auszeit! 🫶💕

    Gefällt 1 Person

    1. Ja, weißt Du: Wenn die Karin einen Affen sehen will, dann hat sie ja mich 😊. Ein weiterer Grund, warum wir da nicht hoch sind.
      Und ja, Mezquita sollte man gesehen haben. Wir hatten uns auch die Audio-Guides gebucht, somit konnten wir in Ruhe besichtigen und bekamen noch Informationen zu den verschiedenen Bauabschnitten.
      Und zum weiteren Verlauf werden wir natürlich berichten.
      Euch auch eine wunderbare Reise.
      Viele Grüße 🖖

      Like

Hinterlasse eine Antwort zu Auszeit: Eine Reise Antwort abbrechen

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..