Als stolze Besitzer der SANParks Wildcard dürfen wir innerhalb eines Jahres ohne Zahlung der Conservation Fee sämtliche Nationalparks betreten, die in der Verwaltung durch die südafrikanische Nationalparkbehörde (SANParks) liegen. Dieser Umstand erleichterte uns Sparfüchsen (😉) die Entscheidung, den Addo Elephant National Park in der Nähe von Gqeberha (vormals Port Elizabeth) zu besuchen.
Der drittgrößte Nationalpark Südafrikas ist ein sehr beliebtes Ziel für Reisende entlang der berühmten Garden Route, die in Gqeberha endet. Und somit erwarteten wir einen entsprechenden Besucheransturm in der Hauptsektion des Parks. Und wir wurden diesbezüglich nicht enttäuscht 😎. Aber davon später…
Um die letzten 11 Addo-Elefanten zu schützen, wurde der Park 1931 gegründet. Jedoch dauerten Konflikte zwischen den Farmern und den Wildtieren bis zur Errichtung eines Wildtierzauns in 1954 an, der die 2.270 Hektar große Fläche umschloss. Der Bestand an Elefanten hat sich bei ca. 600 Tieren eingependelt, die lustigerweise so gierig auf Zitrusfrüchte sind, dass es aus Sicherheitsgründen verboten ist, Zitronen oder Orangen mit in den Park zu bringen.
Neben den Dickhäutern finden sich 91 weitere Säugetier-Arten im Park und durch die Ausdehnung auf die Küstenregion rühmt sich der Park der „Big 7“ – also Elefant, Büffel, Nashorn, Löwe, Leopard, Südkaper (eine Walart) und der große weiße Hai. Also gibt es genug zu sehen und wir zwei Entdecker machen uns bewaffnet mit Fotoapparat und Fernglas auf Pirschfahrt durch den Park. Das, was wir nur wenig und auch nur aus der Ferne gesehen haben, waren: Elefanten!


Also haben wir nach einer ruhigen Nacht im Addo Main Camp (dort hörten wir zumindest die Geräusche der Wildnis) in früher Morgenstunde einen erneuten Versuch gestartet. Tja, und wieder war „Elefanten-Flaute“… und die Landschaft war auch nicht so ganz nach unserem Geschmack… und ständig blickten wir auf das umliegende „Mare plastico“: die Netze, mit denen die angrenzenden Farmer ihre Zitrusbäume schützen… und dann waren da noch die zahlreichen Besucher, so dass auf den Straßen teilweise Hochbetrieb herrschte…






Genug der Meckerei, wir hatten trotzdem schöne Erlebnisse und für uns ging es von der Hauptsektion des Parks in die ungleich ruhigere Kabouga-Sektion, wo wir nach einer Nacht im einsamen Mvubu-Camp (mit einem wenig scheuen Warzenschwein als Nachbarn 😊) den noch einsameren 4×4 Track zum Darlington Dam in Angriff nahmen.






Für die stolze Reservierungsgebühr von 40 € ist eine gewisse Exklusivität auf dem Track gesichert, die Landschaft ist grandios und der Fahrspaß ist garantiert – wenn wir auch bei 40 Grad Außentemperatur etwas gegrillt wurden.






Einziges Manko: Am Ende des Tracks ist am Darlington Stausee die einfache Campsite nicht buchbar. Somit mussten wir den Park nach erfolgreicher Absolvierung des Tracks wieder verlassen.

Fazit: Der Hauptteil des Parks bietet aufgrund seines hohen Buschwerks wenige schöne Aussichtspunkte, der Tierreichtum ist beeindruckend und entsprechend hoch sind die Besucherzahlen. Die weiteren Sektionen sind deutlich weniger frequentiert, bieten aber keine Möglichkeit zur Sichtung der spektakulären Säugetiere. Würden wir den Park nochmals besuchen? Eher nicht, denn es gibt genug Alternativen.
Aber davon erzählen wir später, zunächst wollen wir in die Berge, und auch diese Geschichte will zunächst geschrieben werden.
Habt bis dahin eine gute Zeit ☺️.