Litauen – Die kurische Nehrung und das Memeldelta

Nach der „Küstenkirmes“ in Polen waren wir vorsichtig skeptisch, was uns denn an der bekanntesten Urlaubsregion in Litauen erwarten würde. Und: wir wurden positiv überrascht!

Aber der Reihe nach…

  • Das erste, was uns nach dem Grenzübertritt auffiel, waren die Dörfer mit nahezu skandinavischem Charakter. Kleine Holzhäuser (alt und neu) mit den typischen Windfängen, platziert in nette Gärten. Dazu immer wieder einfache Kunstobjekte: Skulpturen, Schnitzereien aus Holz, die immer wieder Trolle, Hexen oder andere Sagengestalten aufgriffen.
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Was für Musik er wohl gerade hört?
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Kunst wird großgeschrieben
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Kitsch? Kunst? Egal. Ist nett.
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Kunst – dieses Mal mit Stroh
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Kunst am Kurischen Haff
  • Das zweite: Diesel war genau so teuer wie in Polen – wir hatten gelesen, dass die Preise deutlich niedriger seien. Das ist natürlich schlecht für unsere Reisekasse.
  • Zum Dritten begegneten wir auf dem Weg zum Kurischen Haff zum ersten Mal der „skandinavischen“ Landschaft: endlose Kiefern- und Birkenwälder, dazwischen eine schnurgerade Schneise für die Straße.
  • Viertens überraschte uns das Preisniveau in Litauen. Wir hatten einen Reiseführer, der die Preise noch in Litnas, der bisherigen Währung Litauens, auswies. Der Preisvergleich zeigt, dass mit Einführung des Euro ein deutlicher Preisanstieg zu verzeichnen war (wen wunderts…). Fraglich ist, wie die nicht so begüterten Menschen mit dieser Entwicklung klarkommen.
  • Fünftens: Die Litauer können Brot! Lecker, besonders, wenn man die wenigen Arten ohne Zugabe von Kümmel erwischt.
  • Sechstens: Die riesigen Getreidefelder. Litauen exportiert Weizen im Wert von 649 Mio. US-Dollar.
  • Siebtens: Die Litauer können Bier! Und ganz besonders: Die Litauer können antialkoholisches Weizenbier. SEHR lecker.
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Lecker: Nichtalkoholisches Weizenbier!
  • Achtens: Die Litauer können Eis! Für 50 Cent bekommt man ein sehr leckeres Eis, gegen das die typischen Langnese- und Schöller-Produkte wie eine mit Aromen angereicherte Zuckermischung daherkommen.

So, genug der Vergleiche, jetzt zu Litauen selbst.

Der erste Blick auf das Memeldelta ist – von Silute kommend – beeindruckend. Aus relativ unspektakulärer Landschaft führt die Straße auf eine Brücke über den Fluss Minaj. Von dort weitet sich der Blick auf eine durch Wasser geprägte Landschaft. Fluss, Kanäle, Seen, Tümpel, Feuchtgebiete, Störche, Störche und – ach ja – Störche. Die Fahrt durch das Delta ist einsam, der Blick zur russischen Enklave Kaliningrad entlang des Grenzflusses ist unspektakulär schön – mit endlosen Flussauen und einer Menge Wasservögel. Zwischendurch sehr putzige Dörfer wie z.B. Minaj (gleichnamig mit dem Fluss), das allerdings etwas übertrieben als „Venedig Litauens“ beschrieben wird.

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Das Memeldelta – wunderschön
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Schee is…
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ACHTUNG: Sie verlassen das Hoheitsgebiet von Litauen. Dahinter: Die russische Enklave Kaliningrad.
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Ganz nah an der Grenze (sie verläuft in der Mitte des Flusses)
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Da wollten wir dann doch besser nicht weiterfahren…
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Minaj – das „Venedig Litauens“. Bischen dick aufgetragen, aber trotzdem schön.
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Leuchtturm, heute nur noch zu Dekozwecken beleuchtet.

Das Kurische Haff und natürlich die Kurische Nehrung sind ohne Zweifel der touristische Höhepunkt Litauens. Die Hitze hat uns davon abgehalten, eine ausgiebigere Tour auf der Nehrung zu unternehmen. Der Spaziergang durch Nida und der Strandaufenthalt an der Ostsee-Seite zeigt aber auch schon die schönen Seiten dieser Landschaft mit Dünen, Küstenwald und  dem Blick auf das Festland (die eine Seite) und auf die Ostsee (die andere Seite). Und außerdem konnte man alle 100 Meter Eis kaufen 😀 (siehe oben).

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Sehnsucht nach der Kurischen Nehrung
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Morgens am Kurischen Haff
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Der RIESENGROSSE Leuchtturm markiert das Land-Ende zur russichen Enklave Kaliningrad
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Ein passender Ort für die letzte Ruhe.
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Immer wieder finden wir nette Ensembles wie dieses hier.
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Die Wetterfahnen wurden angeblich am Kurischen Haff erfunden, um die Herkunft der Schiffe besser bestimmen zu können.
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Der Blick über das Haff zur Nehrung.
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Ja, wen sehen wir denn da auf der Fähre zur Kurischen Nehrung?
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Auch eine nette Frisur 🧐
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Die Meerjungfrau in Nida
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Wer hier pinkelt (1), wird gefilmt (2), dann wird auf Youtube veröffentlicht (3) – Kurz und effektiv!

Optisch war auch der Nationalpark Zemantijos Spitze. Der tiefste See Litauens (bis knapp 50 m) mit sieben Inseln, eingebettet in ein Waldgebiet, mit tollen Möglichkeiten zum Schwimmen, Radeln, Laufen und so weiter. Akustisch war es tagsüber auch schön… Bis dann Abends auf einem einsamen „Campingplatz“ (Feuerstelle, Plumpsklo, Bänke) Buffta-Buffta-Buffta-Musik unseren Gehörgang versaute. Wir haben das vier Abende versucht (erst zu zweit, dann mit Nice und Jack) und haben jedes Mal gehofft, dass die laute Musik doch wohl bitte eine Ausnahme war (Optimismus, Deine Website heißt auszeit-reise.eu 😞)… Naja, muss man wohl so hinnehmen, die Litauer feiern halt gern ihre Zusammenkunft.

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Wie gesagt, optisch ist der Nationalpark schön, auch an den Camp-Sites
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Wer hier nicht anhält, ist selbst schuld…
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Mitten im Nationalpark ein Museum des Kalten Krieges. Die Russen hatten hier atomare Raketen stationiert. Wir waren nicht drin – die Batterien vom Geigerzähler waren alle 😉
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Kiefer von unten – nach Sturm von oben…
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Abend am See im Nationalpark!!! Jack hat übrigens eine Regenjacke an, weil es noch regnete.

Das Wetter? Bombe. Bis auf: Hitze an der Kurischen Nehrung – Gewitter und Sturzregen an der Kurischen Nehrung – Regenabend im Nationalpark.

 

So weit für’s Erste zu Litauen. Im nächsten Beitrag gibt’s noch mehr dazu.

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3 Kommentare zu „Litauen – Die kurische Nehrung und das Memeldelta

  1. Echt jetzt?! Alkoholfreies (!) Weissbier (!) aus der DOSE?! Wenn das der Conny wüsste….
    Ansonsten alles recht fein soweit!
    Weiterhin ein gutes Gelingen!

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