Bei der Ausreise aus Georgien sorgen wir zunächst für Verwirrung. Kaum dass wir unsere Pässe und Fahrzeugpapiere abgegeben haben, verschwindet der Beamte mit dem Pass des Fahrers und dem Fahrzeugschein. Zwischen all den „freundlichen“ Menschen (warum müssen eigentlich fast alle Grenzbeamten derartige Muffelköppe sein?) ohne Papiere warten zu müssen, sorgt automatisch für ein leicht flaues Gefühl im Magen.
Nach einer gefühlten Ewigkeit stellt sich heraus, dass das Kennzeichen unseres LKW bei der Einreise falsch erfasst wurde und sie deshalb bei unserer Ausreise den Eintrag nicht mehr finden konnten. Nachdem das also geklärt war und der Datensatz berichtigt wurde, stand der Ausreise aus Georgien und der Einreise in die Türkei nichts mehr im Wege.
Gleich hinter der Grenze schraubt sich die gut ausgebaute Straße bis auf 2.500 Meter hoch. Wir übernachten kurz hinter dem Pass und sehen am nächsten Morgen den ersten Schnee auf den über uns liegenden Berghängen. Also war es richtig, bereits jetzt in die Türkei zurückzukehren, da wir auf dem Weg zum Mittelmeer noch einige Hochgebirgspässe zu queren haben.

Kars – die nächste größere Stadt hinter der Grenze zu Georgien – gehört als alte russische Garnisonsstadt im äußersten Osten Anatoliens nicht zu den bevorzugten Zielen touristischer Reisegruppen. Aber eine Attraktion wollten wir uns dann doch ansehen. Das Käsemuseum präsentiert eine über 100 Jahre alte Tradition der Herstellung des Gravyer, eines Hartkäses, dessen Name nicht ganz zufällig dem berühmten Schweizer „Gruyère“ ähnelt.

Unter der russischen Herrschaft war es Ziel des Zaren, die Beziehungen zu anderen Ländern zu vertiefen, um den Anschluss an die wirtschaftliche Entwicklung nicht zu verpassen. Und so begab es sich, dass sich ein deutscher Sproß eines Gutsbesitzers mit einem schweizerischen Käsemeister zusammenschloss, um die sehr günstigen Bedingungen des Vorkaukasus für den Aufbau einer Milchwirtschaft und der Käseherstellung zu nutzen.

Bis heute hat sich – mit einigem Auf und Ab – die Käseherstellung nach Schweizer Art in dieser Gegend behauptet. Für uns Käseliebhaber eine willkommene Gelegenheit, nach dem Besuch des informativen Käsemuseums unsere Vorräte aufzustocken.

Von Kars sind es nur noch wenige Kilometer bis zu einer bedeutenden Stätte des Mittelalters. Die Ruinenstadt Ani war zwischen 961 und 1065 Sitz des armenischen Königshauses, das zu der Zeit die Gegend des heutigen Armenien und den östlichen Teil der Türkei regierte. Im Zentrum wichtiger Handelsrouten gelegen, entwickelte sich Ani zu einer der damals größten Städte der Welt mit ca. 100.000 Einwohnern.


In der „Stadt der 1.001 Kirchen“ ragt ein Bauwerk besonders hervor. Die im frühen 11. Jahrhundert erbaute Kathedrale war laut Wissenschaftlern Vorbild vieler europäischer Gotteshäuser und verwendete Elemente der Gotik, die erst über 200 Jahre später auch an anderen Bauwerken verwendet wurden. Leider konnten wir keinen Blick auf dieses Bauwerk werfen, da es wegen Renovierungsarbeiten vollständig eingerüstet war.


Mongolische Überfälle, Erdbeben und die Verschiebung von Handelsrouten führten dazu, dass Ani schlussendlich im 17. Jahrhundert verlassen wurde.
Und die politische Großwetterlage erlaubt es den Armeniern nicht, diese für sie historisch bedeutsame Stätte zu besuchen, obwohl die Ruinen keinen Kilometer von der armenisch-türkischen Grenze entfernt liegen. Aufgrund „unüberbrückbarer Differenzen“ sind die Grenzübergänge zwischen Armenien und der Türkei seit längerem geschlossen 😞.
Auch wir dürfen nicht in dieser Gegend übernachten, Militärpatrouillen beobachten aufmerksam unsere Bewegungen. Also bleibt uns nichts anderes übrig, als nach dem Besuch dieser Anlage noch einige Kilometer zu fahren und einen Stellplatz in ausreichender Entfernung zur Grenzregion zu finden.

Unser nächstes Ziel: Noahs Arche, die den Berg Ararat als Ankerplatz genutzt hat. Dieses Monument zeigen wir euch beim nächsten Mal.
Habt bis dahin eine gute Zeit! 😊
Hallo ihr Lieben,
Da werden schöne Reise-Erinnerungen wach👍 Es war eine tolle gemeinsame Zeit in der Türkei und wir denken gerne an die Kässpätzle-Abende mit dem Gruyere-Käse aus Kars zurück 😅
Liebe Grüße aus dem Schwabenländle
Ulli und Frank
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Auch ein herzliches Hallo 😊,
auch uns wird die Reisegruppe „Ostlaster“ lange und angenehm im Gedächtnis bleiben – wegen Kässpätzle, Brotbackrezepten, aber vor Allem, weil wir Euch kennengelernt haben und diese wunderbare Zeit miteinander verbringen konnten. Vielen Dank dafür 😊. Liebe Grüße aus Zypern von Karin und Klaus
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