Unsere Südafrika-Nordschleife

Ihr habt es ja gelesen: Das Wetter hatte uns einen Strich durch die Pläne gemacht, Lesotho und die Drakensberge ausführlicher zu besuchen. Somit brauchten wir einen anderen Plan.

Nach einem ausführlicheren Blick auf die Karte (wir nutzen im Übrigen sehr intensiv Tracks4Africa für unsere Routenplanung) machten wir einen größeren Sprung in Richtung Bloemfontein und Kimberley. Wir wussten zwar, dass die Temperaturen weiter ansteigen würden, je weiter wir in den Norden kämen, aber wir wollten aus zwei Gründen trotzdem in die Gegend. Wir wollten das „Big Hole“ sehen und dem Mokala Nationalpark einen Besuch abstatten.

Auf dem Weg zu unserem ersten Ziel, dem Big Hole, ist es mal wieder einer dieser schönen Übernachtungsplätze, über die wir uns immer wieder freuen. Im Visarend Kamp stehen wir einsam an einem Fluß, Kudus kommen ab und an zum Trinken, Zebra und Hartebeest sehen wir bei unseren kleinen Wanderungen durch das weitläufige Gelände.

Stromanschluss fehlt natürlich hier draußen, aber dafür haben wir ja ein Solarpanel.
Und mit der Abenddämmerung lassen uns so langsam auch die Fliegen in Ruhe 😁

Im Jahr 1871 fand Alyrick Braswell die ersten Diamanten auf einer Farm, die den De Beers Brüdern gehörte. Zwischen 1871 und 1914 gruben bis zu 50.000 Glücksritter mit Schaufel und Spitzhacke ein Loch mit einem Durchmesser von 436 Metern und einer Tiefe von bis zu 240 Metern. Damit wird das „Big Hole“ in Kimberley als das größte „handgegrabene“ Loch der Welt bezeichnet (obwohl es mittlerweile Zweifel gibt, denn die Löcher in Jaegersfontein und Bulfontein könnten noch größer sein).

Mittlerweile ist die sichtbare Tiefe des Big Hole durch das Grundwasser nur noch mit 140 Metern angegeben. Sieht aber trotzdem beeindruckend aus

Im Jahr 1888 wurden die individuellen Grabungsarbeiten wegen der desolaten Versorgungslage, der hygienischen Mängel und der immer weiter ansteigenden Unfallgefahr in dem Unternehmen zusammengefasst, das wie kaum ein anderes auf dieser Welt für Förderung und Veredelung von Diamanten steht: Die „De Beers Consolidated Mines Company“ trug zwar den Namen der Brüder, denen das Farmgelände gehörte. Jedoch hatten diese kaum etwas von dem Fund auf ihrem Grund und Boden. Sie wurden mit einem vergleichsweise lächerlichen Betrag abgefunden und zogen von dannen.

Niemand geringeres als Cecil Rhodes trieb zusammen mit anderen Vorstandskollegen die Geschicke der „De Beers Company“ voran (Cecil Rhodes? War das nicht…? Ja, genau, es gab mal ein Rhodesien, heute heißt es Zimbabwe…). Nachdem die überirdischen Arbeiten zu gefährlich wurden, trieb die Gesellschaft Stollen in die die Erde. Und somit wurden in der aktiven Zeit zwischen 1871 und 1914 an die 3 Tonnen Diamanten aus dem Boden gewonnen. Dafür wurden mehr als 22 Millionen Tonnen Erdreich bewegt.

Die Nachfolgetechnologie von Schaufel und Spitzhacke. Kennen wir doch aus dem Ruhrgebiet 😒

Wir haben ein paar herumliegende Steine umgedreht und: Nichts gefunden… 😉.

Rund um das Big Hole entstand eine Kleinstadt mit allem, was das Goldgräberherz so begehrte.

Das erste „richtige“ Haus in Kimberley wurde 1877 in England gebaut, zerlegt, verschifft und hier wieder zusammengesetzt. Der Typ in der Tür ist nur unwesentlich jünger 😎
Goldgräber waren international. Also waren es auch die Kirchen
Das erste Auto in Kimberley wurde von den Generaldirektoren der De Beers Company ab 1901 genutzt
Während heutzutage endlos über E-Mobilität diskutiert wird, wurden bereits 1906 Fakten geschaffen. E-Auto mit 12 Kilometern Reichweite und 20 Kilometern Höchstgeschwindigkeit

Von Kimberley aus ist es nur noch eine kurze Fahrt bis zum Mokala Nationalpark. Dort wollten wir ein paar Tage verbringen und vor allem den Übertritt der besten Ehefrau der Welt ins Pensioneers-Alter zelebrieren. In Südafrika genießen Menschen mit Vollendung des 60. Lebensjahres einige Vorteile: Campingplätze bieten Rabatte, Restaurants spezielle Pensioneers-Dinner und die Banken gewähren Zinsvorteile bei der Geldanlage. Grund genug, uns einen netten Platz zu suchen.

Und den haben wir im Mokala Nationalpark gefunden.

Schöne Landschaft…
…reichliche Tierwelt
…und eine Campsite direkt an einem Wasserloch. Das gefällt uns am Mokala Nationalpark

Nur leider schlug das Wetter um…

Das Frühstück mussten wir schon unter dem Dach einnehmen
12 Stunden Wolkenbruch
Und wir mittendrin
Da morst selbst die Schildkröte „SOS“
Und die Tiere wirkten ein wenig bedröppelt
Auch die Rappenantilope ließ sich begießen
Das Kudu schaut streng
Das Impala neugierig
Und das Gnu hatte sich um einen Wetlook gekümmert
Nur dem Springbock…
…und den turtelnden Pillendrehern (Dung Beatles) schien das Wetter nichts auszumachen
Tja, und unser Auto…
Stalaktiten am Auspuff, auch mal was Neues
Aber an Karins Ehrentag war alles wieder gut. Wir waren in einem „Luxuschalet“ und die Tiere hatten sich herausgeputzt
Defilee vor der Jubilarin 😊
Die Zebras…
…und die Giraffe konnte wieder am frischen Grün zupfen

So langsam beginnt in Südafrika die absolute Urlaubshochsaison. Ab Mitte Dezember bis Mitte Januar scheint das Land stillzustehen und alle Einwohner fahren vorzugsweise an die Küste oder besuchen die Nationalparks. Gottlob hatten wir frühzeitig gebucht und somit waren wir gerüstet für den Ansturm.

Aber davon erzählen wir beim nächsten Mal.

Habt bis dahin eine gute Zeit 😊.

Ein Kommentar zu „Unsere Südafrika-Nordschleife

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