Nördlich von Swakopmund führt eine Salzstraße immer in Sichtweite des Atlantik durch die karge Landschaft. Die Namib-Wüste erstreckt sich weiter, die ausgedehnten Sanddünen des Südens verschwinden und zurück bleibt eine eintönige, meist nur leicht hügelige Landschaft. In diesem Bereich ist sie als Namib-Skeleton Coast National Park streng geschützt.

Apropos Salzstraße: Natürlich gehört am Atlantik das Salz zu den relativ leicht zu gewinnenden Rohstoffen. Neben der Verwendung als Lebensmittel kommt es in diesem Bereich auch im Straßenbau zum Einsatz. Große Tanklastzüge mit Salzlösung sprühen ihren Inhalt auf die Piste. Die Lauge trocknet und hinterlässt eine bequem zu fahrende, glatte Oberfläche. Zwei Nachteile dieses günstigen Straßenbelags liegen auf der Hand: Zum einen wird eine Salzpiste bei den seltenen Regenfällen zu einer schmierig-glitschigen Rutschpartie, und zum anderen freut sich unser Defender überhaupt nicht über die ständige Ablagerung von Salzstaub. Gottlob hat es nicht geregnet und ein Auto kann ja auch gewaschen werden ☺️.




Unwirtlich wirkt die Gegend, die dem unmittelbaren Einfluss des Atlantik ausgeliefert ist und nur wenige Lebewesen fühlen sich in diesem Bereich wohl.




Das mit dem Wohlfühlen gilt nicht für uns. Wir sind zwar fasziniert von dieser rauen Natur, aber irgendwie bedrückt uns die Stimmung und somit verbringen wir weniger Zeit im Bereich der Skelettküste als wir eigentlich gedacht hatten.
Hier ein paar Vertreter aus Fauna und Flora, die besser mit diesen Bedingungen klarkommen.


Erdgeschichtlich gehört die Skelettküste zu den ältesten Steinformationen der Erde, denn das Alter wird auf 1,5 Milliarden (!) Jahre geschätzt, also weit bevor sich der Superkontinent Gondwana bildete. Und in diesem Moment betreten wir nun Sphären, die uns interessierte Laien an die Grenzen ihrer Vorstellungskraft bringen.
Vor gerade einmal 135 Millionen Jahren waren Afrika und Südamerika im Superkontinent Gondwana vereint. Durch den Ausbruch eines ganzen Netzwerks an Vulkanen eruptierten unvorstellbare 1,3 Millionen Kubikkilometer Lava und bildeten das Etendeka-Paraná Lavaplateau. Mit einer Stärke von mehr als 1.000 Metern und der Ausdehnung der Pyroklastischen Wolke bis zu 700 Kilometer vom Ursprungsort gilt diese Eruption als die größte in der gesamten Erdgeschichte.
Zum Vergleich: Die Eruption des Krakatau im Jahr 1883, des größten Vulkanausbruchs der Neuzeit, förderte gerade einmal 18 Kubikkilometer Lava zutage. Quasi ein „Furz“ im Vergleich zur Edendeka-Eruption 😉.
Dieses vulkanische Mega-Ereignis führte in direkter Folge zum Auseinanderdriften der afrikanischen und südamerikanischen Platten.
Als Nicht-Geologen stehen wir fassungslos vor diesen Informationen und begreifen im Angesicht des Messum Kraters nur annähernd, welche ungeheuren Kräfte damals freigesetzt wurden.







Die Etendeka-Region sollte unser nördlichster Punkt auf dieser Reise sein. Höchste Zeit also, unsere Richtung zu ändern. Ab jetzt ging es wieder in Richtung Süden.
Aber davon erzählen wir in der nächsten Geschichte.
Habt bis dahin eine gute Zeit 😊.


